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Freie Bildung in Afghanistan

Datum: 23.11.2013

Zeit: 9.30- ca.18.00 Uhr

Leitung: Noor Nazrabi & Samira Nasiri

Thema: Freie Bildung in Afghanistan

Referent: Noor Nazrabi

Workshopleiterin: Samira Nasiri

 

Die Workshopidee

 

In Afghanistan ist der Zugang zu Wissen und zur Bildung mit vielen Barrieren aufgebaut, aus dieser Tatsache hat sich das Thema des Workshops “Freie Bildung in Afghanistan” ergeben.

 

In Afghanistan ist es bis dato eine Frage der privaten Kontakte, der Finanzierung und der geographischen Lage innerhalb des Landes, ob man Wissen vermittelt bekommt bzw. erhalten kann. Aufgrund dieser Tatsache stellte sich uns die Frage, wie man Bildung von unserem Standort aus und mit unseren Mitteln nach Afghanistan bringen kann. Die Idee ist es, unser Wissen mithilfe digitaler Unterstützung wie Audio, Video- und schriftlichen Materialien nach Afghanistan für jeden Interessenten zu vermitteln.

 

An 35 Universitäten in Deutschland werden die Vorlesungen aufgezeichnet, damit sich die Studierenden die Vorlesungen von zu Hause aus anschauen können. Diese Aufzeichnungen werden in den meisten Fällen nach dem aktuellen Nutzen liegengelassen und bleiben somit ungenutzt. Nach dem Konzept dieser Universitäten soll die Bildung nach Afghanistan gebracht werden. Es soll ein Server zur Verfügung stehen, worauf jeder, der einen Internetzugang besitzt,  Zugriff haben und sich das Wissen und die Informationen aneignen kann. Die zu behandelnden Themen wären nicht ausschließlich auf Universitätsniveau, sodass dann auch nicht nur Studieninteressierte und Studenten einen Bonus erhalten würden.

 

Es werden sowohl alltägliche als auch studien- und schulrelevante Themen vorgestellt. Die Vorlesungen bzw. die Vorträge werden als Video- oder Audioaufzeichnung aufgenommen und anschließend auf Dari/ Pashtu übersetzt, so dass auch die sprachlichen Barrieren überwunden werden. Der Aufbau des Servers wird möglichst einfach gehalten, sodass die Kapazität der Internetzugänge in Afghanistan nicht überlastet werden.

 

Um diese Idee auch wirklich realisieren zu können, stellte sich die Frage, welches Know-How benötigt wird. Wir haben uns auf die Branchen der rechtlichen Fragen, der Pädagogik, der Wirtschaftlichkeit und der Technik geeinigt. Wobei sich jeweils, wie weiter unten beschrieben, unterschiedliche Fragestellungen entwickelt haben.

In unserem Workshop hatten wir insgesamt acht Teilnehmer. Zunächst haben Herr Nazrabi und Frau Nasiri den Teilnehmern die Idee und den Hintergrund erläutert und Fragen diesbezüglich beantwortet. Die Teilnehmer haben sich selbständig in Gruppen, in denen sie ihr Interesse und ihr Wissen einbringen können, eingeteilt. Da die Gruppengrößen bei mindestens zwei bis drei Teilnehmern liegen muss, haben wir die Gruppe der technischen Branche ausgelassen. Es ergaben sich folgende Konstellationen innerhalb der Workshopteilnehmer:

 

  1. Rechtsgruppe /Jura/ Rechtliche Fragestellungen mit zwei Teilnehmern

  2. Bildung / Pädagogik mit drei Teilnehmern

  3. Wirtschaftlichkeit/ Finanzen mit drei Teilnehmern

Die Teilnehmer haben eine zu bearbeitende und zu beantwortende Leitfrage gestellt bekommen. Folgende Fragestellung wurde als Leitidee gestellt:

 

  1. Rechtsgruppe: Inwiefern können Vorlesungsmaterialien kostenlos, lizens- und rechtlich einwandfrei durch die Universitäten für Afghanistan zur Verfügung gestellt werden?

  2. Bildungs-/Pädagogikgruppe: Welche geeigneten pädagogischen Vermittlungsformen müssen berücksichtigt werden, um den bestehenden Bildungsbedarf in Afghanistan zu decken?

  3. Wirtschaftlichkeit/Finanzen: Mithilfe welcher unterschiedlicher Finanzierungsstrategien kann das Vorhaben unter Berücksichtigung der finanziellen Umstände und Hürden in Deutschland und Afghanistan zeitnah umgesetzt werden?

 

Die Workshopteilnehmer haben diese Fragestellungen unter Moderation von Hern Nazrabi und Frau Nasiri gemeinsam erarbeitet und sind zu folgenden Ergebnissen gekommen.

 

Recht und Jura gruppe


Die Rechtsgruppe hat sich anhand des Beispiels der Medizin verdeutlicht, welche rechtlichen Schritte bzw. Hürden so eine von Art Projekt durchlaufen muss. Der Mediziner, der sein Wissen und Können zur Übermittlung nach Afghanistan zur Verfügung stellt, müsste den praktischen Teil der Lehre darstellen bzw. visualisiert darstellen, so dass der Lernende nicht nur über die Akustik den Lerninhalt aufnimmt, sondern auch eine visuelle Darstellung, sei es ein Video oder eine Präsentation, veraunschaulicht bekommt.

 

Hierzu wären rechtliche Fragen bezüglich des Urheberrechts von Bedeutung. Weiter, wäre die Übersetzung der Lehrinhalte in Dari/ Pashtu mit der Urheberrechtsfrage abzuklären. Der wichtigste Punkt jeoch ist, dass jeder Schritt der innerhalb dieses Projektes getätigt wird, mit Verträgen und Gesetzesgrundlagen gesichert werden muss.

 

Bildung / Pädagogik Gruppe

 

Auch die Gruppe der Pädagogen haben mit einem Beispiel dargestellt, welche Arten von Lehrmethoden verwendet werden müssen. Das gewähte Beispiel war hier der Sportunterricht für Gewichtsverlust oder als Rehabilitations- und krankengymnastische Übungen. Die Teilnehmer haben sich geeinigt, dass dem Lernenden zu aller erst erklärt bzw. verständlich gemacht werden muss, wozu die jeweilige Übung wichtig ist und was das Ziel der jeweiligen Übung ist. Die einzelnen Übungsabschnitte werden in einzelnen Schritten und Abschnitten vorgestellt indem die jeweiligen Übungen vorgemacht werden und die einzelnen Bewegungsabläufe verständlich und in einfachster Sprache erklärt werden.

 

Zu verdeutlichen ist an dieser Stelle, die EInfachheit der Wortwahl, da die Lerninhalte für jeden Interessierten auch einen Zugang dazu ermöglicht werden soll und fachliche Sprachen bzw. Begriffe denjenigen, die z.B. nur Lesen und Schreiben in der Schule gelernt haben, auch eine Chance erhalten sollen, sich mit komplexeren Themen auseinander setzen zu können. Darüber hinaus haben die Teilnehmer sich geeinigt, dass Informationen, Quellen und Lektüren auf dem Server zur Verfügung gestellt werden müssen, da zum einen die Bibliotheken in Afghanistan nicht ausreichend mit Lektüren ausgestattet sind und zum anderen nicht jeder sich den Zugang zu eine Bibliothek leisten kann.

 

Wirtschaftlichkeit/Finanzen Gruppe

 

In der Gruppe der Wirtschaftlichkeit haben sich die Teilnehmer die Aufgabe gestellt, welche Schritte durchlaufen werden bzw. vorausgesetzt werden müssen, um eine Finanzierungsstrategie zu erreichen. Sie kamen zum Ergebnis, dass ein Konzept erstellt werden muss, um zu sehen welche Kostenstellen sich ergeben könnten. Mit diesem Konzept kann eine Kostenermittlung erstellt werden und es wird klar, in welcher Höhe Finazierung und Investitionen gebraucht werden. Mit diesem Konzept und der Kostenermittlung werden Firmen mithilfe der Fundraisingstrategie kontaktiert.

 

Die Fundraisingstrategie beinhaltet das organisierte und gezielte Beschaffen von Spenden. Außer einzelne Unternehmer bezüglich Spenden zu kontaktieren besteht auch die Möglichkeit sich bei Stiftungen und Organisationen um Spendergelder zu bewerben. Auch hierfür spielt die Konzeptplanung eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus, ist es auch von enormer Bedeutung, Partnerschaften mit Universitäten und Städten einzugehen.

NSA hört monatlich 21.98 Milliarden Telefongespräche in Afghanistan ab

Nach Berichten von Arabnews.com, die Informationen aus der Hackerseite  Cryptome.corg zitiert, die wiederum auf Fundus von Edward Snowdens bezieht, hört NSA monatlich (wie im Januar 2013) etwa 21.98 Milliarden Handy-Telefonaten und Festnetz Gespräche in Afghanistan ab.

 

Zu den 21.98 Milliarden abgehörte Gespräche zählen demnach alle Gespräche

  • die vom Ausland nach Afghanistan gehen,

  • die von Afghanistan insnach Ausland laufen,

  • die gesamte Festnetzgespräche,
  • sowie die gesamtenInternet-Telefonate (Internet Telefonate) und Anrufe, die  über  Satelliten geführt werden.

Den Angaben der Seite ist zu entnehmen, dass in keinem anderen Land der Welt so viele Gespräche abgehört wurden wie in Afghanistan.

 

Wie aus der NSA-Karte zu entnehmen ist, sind Afghanistan und Pakistan die einzigen rot markierten Länder. Diese werden am intensivsten abgehört.

Quelle: http://cryptome.org/2013/10/nsa-boundless-informant.pdf http://www.theguardian.com/world/interactive/2013/jun/08/boundless-informant-nsa-full-tex

In vergleichbarer Zeit von 30 Tagen, sollen  in Deutschland  im Januar 2013 etwa 362 Millionen und in der USA etwa drei Milliarden Telefonate ausgespäht worden sein.

 

Überblick der ausgespähten Telefonaten in  weitere Länder

 

Afghanistan:

Pakistan:

Irak: 

Saudi Arabien:

Indien:

USA:

Ägypten:

Jordanien:

Deutschland:

Frankreich:

Spanien:

Italien:

Niederlande:

21.98 Milliarden

12.76 Milliarden

 7.8   Milliarden

 7.8   Milliarden

 6.28 Milliarden

 3      Milliarden

 1.9   Milliarden

 1.6   Milliarden

 361  Millionen

 70.2 Millionen

 61    Millionen

 46    Millionen

 1.8   Millionen

 

In Afghanistan operieren 46 Internetdienstanbieter und sechs Telekommunikationsunternehmen.

 

Die in Afghanistan überwiegend geführte Gespräche werden über Satellitenverbindungen abgewickelt, die aus Kostengründen über in Amerika ansässige Satellitenbetreiber laufen.

 

Insgesamt hat Afghanistan über 18 Million Handynutzer (2012) , eine Million Internet-User (2012),  sowie 13.509 Festnetzabschlüsse (2011).

 

Weiterführende Quellen

 

Über den Autor

Herr Noor Nazrabi (noor.nazrabi@afghanistik.de) ist Leiter des Instituts für Afghanistik. (Mehr...)

 

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